Morschheim: Bald können Piraten an der Selz die Segel setzen - Für das ungewöhnliche Spielobjekt engagieren sich viele
 
Von Barbara Till
Zehn Meter lang, fünf bis sechs Meter breit, zwei Masten, Segel: Schon bald wird es zum Entern einladen, das mit Sicherheit phantastischste Spielobjekt der Region - ein Piratenschiff.


Unweit der Selz wird dafür seit Donnerstag nach dem Plan und der Bauleitung des Vereins Naturspur Ludwigshafen gebaggert, gehämmert und gebohrt. Dass sich die Crew der großen und kleinen Helfer beim Bau mächtig in die Taue legt, ist der Wunsch der Verantwortlichen vor Ort.

Und bisher klappte das auch hervorragend, wie Claus Hoffmann vom Morschheimer Arbeitskreis Spielleitplanung berichtet. Er packt nicht nur selbst an, bei ihm laufen auch die Fäden der Organisation zusammen. Da schälten etwa die Kerweborsch Rinde von den Robinienstämmen, die die "Grundpfeiler" des gestrandeten Schiffes bilden, spendeten andere Bürger benötigtes Material, gibt"s immer wieder unkomplizierte Lösungen, wenn schnell ein bestimmtes Gerät gebraucht wird. Und auch die Verpflegung der Helfer mit Essen und Kuchen durch Dorfbewohner läuft wie geschmiert.

Nach einem weiteren Arbeitseinsatz am vergangenen Wochenende mit ungefähr 20 Helfern wird erst einmal kurz pausiert, ehe ab 8. Oktober neben den Erwachsenen auch der tatkräftige Einsatz von Kindern und Jugendlichen gefragt ist. Während der Kindergarten das Segel bemalen will, sind die etwas Größeren richtig zum Mitbauen, zum Hämmern und Schrauben, eingeladen. "Es können sich dafür gerne noch Kinder und Jugendliche anmelden, sie müssen auch nicht nur aus Morschheim kommen", so Hoffmann. Vom 18. bis 20. Oktober sollen dann Restarbeiten erledigt werden - und dann muss auch ein Piratenschiff noch durch den TÜV. "Mal sehen, wie das geht", ist Tatjana Fuchs von der Verbandsgemeinde gespannt. Aber natürlich haben die Sicherheits-Wächter auch dafür eine strenge Norm, nach der geprüft wird, ob das "Gerät" zum Spielen freigegeben wird. Tatjana Fuchs hat den heißen Draht zu "Naturspur", berät, vermittelt, schaut vor Ort nach den Fortschritten. Die kann man übrigens im "Bautagebuch" auf der Internetseite der Gemeinde nachvollziehen.

Ihre Ideen für das Piratenschiff hatten die Morschheimer Kinder schon vor genau einem Jahr gemeinsam mit Dorfplanerin Caroline Engelhardt und dem Verein Naturspur, einem Spezialisten für naturnahe Spielräume, in einer Planungswerkstatt entwickelt: Leitern und Klettermöglichkeiten sollte das Piratenschiff unbedingt haben, Mastkorb und Steuerrad, Bullaugen, verschiedene Decks zum Klettern, eine Galionsfigur und natürlich eine Piratenflagge. Stück für Stück wird nun Wirklichkeit, was sich Kinderphantasie erträumte.

Dass das Piratenschiff eine Attraktion weit übers Dorf hinaus werden wird, steht wohl außer Frage - zumal auch der gut frequentierte überregionale Selz-Radweg und weitere Wanderwege an dem Gelände beim Wasserhaus vorbeiführen. Der Zweimaster ist zwar der Clou, aber auch nur Teil eines Spiel- und Rastplatzes, wie er seinesgleichen in der Region sucht. Neben dem Schiff soll ein Labyrinth angelegt werden, dahinter sich zwischen Erdhügeln noch eine Hängebrücke spannen. Schließlich ist eine Versickerungsmulde auf dem weiten Grün-Areal geplant, auf der man - auch dies ein Wunsch der Morschheimer Jugend - im Winter Schlittschuh laufen kann. Ein Wasserspielplatz und ein Rastplatz für Radfahrer werden die von Morschheimer Familien schon mit zahlreichen Bäumen bepflanzte Anlage ergänzen, deren Gesamtkosten Tatjana Fuchs mit 300.000 Euro beziffert.

Allerdings sollen nur etwa 20 Prozent davon an der Gemeinde hängenbleiben, 60 Prozent schießt das Land aus Dorferneuerungsmitteln zu, mit 20 Prozent sind die Eigenleistungen kalkuliert. Eine ganze Menge - aber Claus Hoffmann ist optimistisch, dass die Helfer das packen werden.

Rund 7000 Euro hatte der Morschheimer Arbeitskreis Kinder und Jugend vorab schon durch eigene Aktivitäten gesammelt - die fließen mit ein ins Schiff, dessen Kosten auf 24.000 Euro veranschlagt sind.

Info

Wer sich als Piratenschiffbauer betätigen möchte, kann sich melden bei Ortsbürgermeister Joachim Fister, Telefon 06352 4574; Claus Hoffmann, 06352 740477, per Mail auf der Homepage www.morschheim-direkt.de oder bei der VG Kirchheimbolanden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der weitere Zeitplan: 8. bis 13. Oktober Umsetzung des Projekts mit Kindern und Erwachsenen; 18. bis 20. Oktober Restarbeiten und Fertigstellung. Danach Abnahme durch den TÜV.

Quelle Barbara Till, Rheinpfalz vom Dienstag, 02. Oktober 2012
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