Wo Ortsgeschichte wieder lebendig wird

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Seit  zwei  Wochen  hat  Morschheim, die knapp unter 800 Einwohner  zählende  Gemeinde  am  Nordrand  der  Verbandsgemeinde  Kirchheimbolanden, einen Geschichtsweg. Der Rundkurs, der einmal  Bestandteil des geplanten  "Geschichtsweges Nordpfalz-Rheinhessen“ werden soll, wurde vom  Arbeitskreis  Morschheimer Geschichte  erstellt. Er  umfasst insgesamt 19 Stationen.
Der Weg in die Morschheimer Vergangenheit ist nur etwa einen Kilometer lang. Die knapp 1000 Meter haben es aber in sich. An 15 historisch bedeutenden  Gebäuden  sind  Schilder  angebracht, die so ausführlich wie möglich und  so  kompakt  wie  nötig  Wissen über das jeweilige Gebäude, die damit verbundene    Geschichte,    Personen und Ereignisse vermitteln. Zusätzlich gibt es vier große Hinweistafeln mit allgemeineren Informationen. So zeigt die große Tafel an der „Weed“, dem ehemaligen  Dorfteich,  die  den  Einstieg in den Geschichtsweg darstellt, einen  alten  Ortsplan  aus  dem  Jahr 1716, auf dem unter anderem noch das mitterweile fast spurlos verschwundene Wasserschloss zu sehen ist. Außerdem erfährt der  Geschichtsinteressierte  auf  den  Tafeln  Allgemeines,  beispielsweise  über  den  Morschheimer Adel  oder  die  Herkunft  des  Ortsnamens.

PfarramtDer Pfarrhof, Sitz des protestantischen Pfarrers, wurde 1725 erbaut und erst kürzlich renoviert. Zu dem Anwesen gehören ebenfalls noch erhaltene  Nebengebäude wie Stallungen, Scheune und Backhaus, denn der Pfarrer erwirt
schaftete sich seinen Lebensunterhalt selbst. Eine große Toranlage ist Teil einer gemauerten Einfriedung, die den Hofraum umgrenzt. Hinter der Scheune befindet sich der Pfarrgarten. Das barocke Ensemble zählt in seiner Gesamtheit zu den besterhaltenen Anlagen seiner Art im Donnersbergkreis.



dorfladenIn diesem Gebäude von 1744 an der Kaiserstraße befinden sich das Bürgerbüro und der Dorfladen. Außerdem
steht davor eine der vier großen Hinweistafeln mit ausführlicheren Informationen. Diese hier gibt unter anderem
Auskunft über das Gebäude selbst, die Herkunft des Namens Morschheim und den Aufenthalt des preußischen Ge-
neralfeldmarschalls Blücher (1794). Außerdem enthält sie eine alte Aufnahme der ehemaligen Schmiede Klingensch-
mitt, die als einziges Gebäude (neben dem Kirchturm) im 30-jährigen Krieg nicht verwüstet wurde.


dreiseithof
Dieser Dreiseithof von 1706 in der Hintergasse ist das älteste Wohnhaus Morschheims.  Inschriften in der Toranlage aus den späteren Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts weisen auf die Familie Schewes hin, eine der wenigen alten katholischen Familien im evangelischen Morschheim. Noch heute gehört das Anwesen Nachkommen dieser Familie.











kircheDiese große Tafel befindet sich im Bürgergarten, den viele Freiwillige im Rahmen der Dorfmoderation in einem Teil des früheren Pfarrgartens angelegt haben. Er wurde im vergangenen Frühjahr eingeweiht. Er verfügt über einen Spielplatz, ein kleines Amphitheater, Ruheplätze und ein Schachspielfeld. Sein Herzstück ist ein Kräutergarten. Auf der Hinweistafel sind alle dort gepflanzten Heilkräuter abgebildet und mit einer kurzen Erklärung versehen. Hinter dem Bürgergarten befindet sich die Pfarrkirche mit ihrem
aus dem 13. Jahrhundert stammenden Turm. Das Schiff wurde 1715 errichtet, auf den Mauern eines romanischen Vorgängerbaus.





kriegEin altes Foto, vermutlich vom Anfang des 20. Jahrhunderts, zeigt die Kaiserstraße. Sie ist Teil einer alten Reise- und Handelsroute, die vermutlich schon von Kelten, Römern und Franken befahren wurde. Unter napoleonischer Herrschaft wurde sie zu einem Abschnitt der so genannten Kaiserstraße, die von Mainz, dem Sitz der französischen Provinzialregierung, bis Paris führte. Um sie bauen zu können, musste die Landbevölkerung, darunter auch die Einwohner von Morschheim, „Hand- und Spanndienste“ leisten. 1960 wurde eine Ortsumgehung gebaut und die Straßenführung bis Kirchheimbolanden geändert.





gaerder„Die Gärder“ wird im Volksmund dieser Pfad genannt, der sich von der Kaiserstraße bis zum Friedhof an der Hinterseite einiger alter Hofgärten entlang windet. Der Friedhof selbst wurde 1845 angelegt, auf einem von Philipp Rauch II. gestifteten Acker. Vorher wurden die Toten rund um die Kirche „uff em Kerchhof“ begraben. Auf dem neuen Friedhof trennte eine durchgehende Mauer den kleinen katholischen vom großen evangelischen Teil ab. Erst in den 1960er Jahren wurde diese Trennung beim Bau der Leichenhalle aufgehoben. Einen jüdischen Friedhof gibt es in Morschheim nicht.

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